Stahlhandel
Der Neubau eines zusätzlichen Fertigmateriallagers für Spaltband am Stuttgarter Hafen - Bild: thyssenkrupp Materials Services
23.08.2024

thyssenkrupp Materials Processing investiert in Stuttgart

thyssenkrupp Materials Processing Europe, eines der führenden Stahl- und Aluminium-Servicecenter in Europa, erweitert seine Kapazitäten und investiert einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in sein Netzwerk:  Am Standort Stuttgart plant das Unternehmen die Installation zweier neuer Anlagen sowie den Bau einer neuen, 2.000 qm großen Halle. Ziel ist es, die Produktions-, Verpackungs- und Lagerkapazitäten zu vergrößern sowie digital zu optimieren.

Im August haben die Bauarbeiten sowie die Vorbereitungen für den Aufbau der neuen Spalt- und Verpackungsanlagen begonnen. Die Inbetriebnahme der modernen Spaltanlage ist für September 2025 geplant. Mit der neuen Anlage steigt die Werkskapazität auf 350.000 Tonnen im Jahr. Die Anlage der Firma Tilgert ermöglicht ein umfassendes Anarbeitungsspektrum im Dickenbereich von 0,2 bis 5,0 mm.

Zudem kann neben herkömmlichem Walzstahl u. a. auch Elektroband verarbeitet werden. Als unverzichtbare Komponente für den Bau von Elektromotoren, Transformatoren und Generatoren ist das Stahlprodukt Elektroband wichtig für klimaneutrale Produktion oder eine Unabhängigkeit in der Energieversorgung.

Um den erweiterten Produktionskapazitäten auch im Bereich Verpackung gerecht zu werden, wird bereits im Frühjahr 2025 eine neue Hochleistungs-Verpackungslinie des italienischen Unternehmens Promec errichtet, die sich durch einen ausgereiften Automatisierungsgrad und die Möglichkeit, hohe Fertigmaterialgewichte zu verarbeiten, auszeichnet.

Intelligente Vernetzung für mehr Produktivität und Flexibilität

Neben der Ergänzung neuer Anlagen ist auch die digitale Vernetzung des Standorts ein wichtiger Bestandteil der Investitionen. Durch den Einsatz neuer Technologien, wie beispielsweise einer vollautomatisierten digitalen Rüst- und Produktionsprozess-Überwachung oder einem Messerbau-Roboter, verspricht sich das Unternehmen, einzelne Produktionsschritte zu beschleunigen und noch besser aufeinander abzustimmen.

Dazu hat das Schwesterunternehmen thyssenkrupp Materials IoT eine zentrale digitale Infrastruktur aufgebaut, die von der Lieferkette bis zur Anlage alle Prozessschritte koordiniert. Die Industrial Internet of Things (IIoT) Plattform und MES (Manufacturing Execution System) mit dem Namen toii® ermöglicht die digitale Kommunikation zwischen Maschinen, Anlagen, Drittsystemen sowie Produktionsmitarbeitenden.

Die Lösung nutzt die gewonnen Daten, um u.a. die Produktivität in der Fertigung zu erhöhen, bei gleichzeitiger Senkung der Ressourcen und Kosten. toii® ist bereits seit einigen Jahren in produzierenden Unternehmen auch außerhalb der thyssenkrupp Gruppe erfolgreich im Einsatz.  

Marcus Wöhl, CEO von thyssenkrupp Materials Processing Europe, zur Bedeutung dieser Investition:
„Durch die laufenden sowie aktuellen Erweiterungen der Fertigungskapazitäten und des Servicespektrums bieten wir unseren Kunden mithilfe neuer Technologien Dienstleistungen für umfassende Marktanforderungen. Ein modernes Service-Center muss steigende Kundenanforderungen hinsichtlich Flexibilität, Qualität sowie Werkstoffkompetenz und -vielfalt erfüllen.

Hierfür stellen wir uns durch die Neuinvestition wettbewerbsfähig auf und verfolgen zugleich unsere digital unterstützte Nachhaltigkeitsstrategie: von eigenen Prozessen über Emissionen unserer verarbeiteten Produkte bis hinein in die gesamte Lieferkette.“

Nachhaltigkeit im Fokus

thyssenkrupp Materials Processing Europe hat sich einer konsequent digital unterstützten Nachhaltigkeitsstrategie verpflichtet und sich zum Ziel gesetzt, ab 2030 klimaneutral zu agieren. In Stuttgart setzen die Anarbeitungsspezialisten auf eine stärkere Standardisierung von Verpackungsarten sowie auf retourenfähige Palettenarten. Die neue Spaltanlage verfügt über ein um 20 % energieärmeres Antriebssystem und eine Energierückgewinnung, dies kombiniert mit einer modernen Photovoltaik-Anlage.

Im Bereich Verpackung können durch den Ersatz der bisherigen Stahlumreifungen durch recycelbares PET-Verpackungsband wichtige Beiträge zur CO2 Reduzierung erreicht werden.

Niederlassungsleiter Hans Pfaff aus Stuttgart kommentiert:
„Mit der Freigabe dieser enormen Investition und dem Vertrauen von thyssenkrupp, unterstreichen wir unseren Anspruch als führendes Stahl-Service-Center in Europa. Das freut mich sehr und zeigt gleichzeitig, dass Stuttgart ein Standort für zukunftsfähige und nachhaltige Stahlverarbeitung ist. Zudem werden die hier vorhandenen Arbeitsplätze nachhaltig gesichert.“

Als führendes Stahl- und Aluminium-Service-Center bedient thyssenkrupp Materials Processing Europe an zehn Standorten in sechs Ländern Verarbeiter aus der Automobil-, Elektro-, Bau- sowie der Solarindustrie. Mit seiner langjährigen Expertise in Beschaffung, Beratung und Vorfertigung liefert der Anarbeitungsspezialist dem vielfältigen Kundenkreis europaweit maßgeschneiderte Dienstleistungen und digitale Lösungen rund um Flachstahl und Aluminium.

(Quelle: thyssenkrupp Materials Services)

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