Technik
Rohkarosse eines BMW iX3 – bluemint® recycled wird für ausgewählte Außenhautteile verwendet. - Photo: thyssenkrupp Steel
23.02.2026

thyssenkrupp Steel liefert bluemint® Steel Stahl für die Serienproduktion des BMW iX3

Ab 2026 startet die Belieferung der BMW Group mit CO₂-reduziertem Stahl der Marke bluemint® recycled. Zentrale Anwendungsbereiche – die Außenhaut, Innenteile sowie das Batteriegehäuse – werden im BMW iX3 zukünftig aus bluemint® Steel von thyssenkrupp Steel gefertigt.

Der Werkstoff verfügt über einen hohen Anteil an recyceltem Material und erreicht gegenüber konventionellem Stahl eine vom TÜV Süd verifizierte CO₂-Einsparung. bluemint® recycled ist ein bilanzielles Recyclingprodukt.

Über ein rechnerisches Zuweisungsverfahren wird sichergestellt, dass CO₂-Reduktionen aus dem Produktionsprozess anteilig Produkten zugeschrieben werden können. Die BMW Group setzt bluemint® recycled in der Serienfertigung ein, ohne bestehende Prozesse anpassen zu müssen.

CO₂-reduzierter Stahl für Außenhautbauteile mit höchsten Oberflächenansprüchen

Für die Karosserieaußenhaut – insbesondere für sogenannte O5-Bauteile mit besonders hoher Oberflächenqualität – verwendet die Automobilindustrie nahezu ausschließlich Primärstahl, der aus Eisenerz gewonnen wird. Dieser erfüllt aufgrund eines hohen Reinheitsgrads und niedriger Belastung durch unerwünschte Begleitelemente auch höchste Anforderungen an Oberflächenqualität, Umformbarkeit und Verarbeitung.

Mit bluemint® recycled steht ein CO₂-reduziertes Stahlprodukt zur Verfügung, das diese Qualitätsanforderungen erfüllt und sich in der anspruchsvollen Serienfertigung der Außenhaut einsetzen lässt.

Der Werkstoff entsteht auf der klassischen Hochofenroute, bei der ein Teil des Eisenerzes durch ein speziell aufbereitetes Schrottprodukt ersetzt wird. Dadurch sinkt der Einsatz von Kokskohle, und die CO₂-Emissionen verringern sich abhängig von Güte und Verarbeitung deutlich – ohne Abstriche bei Umformvermögen oder Oberflächenqualität.

CO-reduzierter Stahl: zusätzlicher Einsatz im Batteriegehäuse  

bluemint® recycled wird im BMW iX3 darüber hinaus auch für das Batteriegehäuse eingesetzt. Gerade in dieser Anwendung profitieren die Bauteile von den für Stahl materialtypischen Eigenschaften, die für Sicherheit und Funktionalität im Elektrofahrzeug von zentraler Bedeutung sind. Stahl hält hohen Temperaturen stand, ist nicht brennbar und bildet in kritischen Lastfällen eine robuste Barriere – ein entscheidender Vorteil für den Brandschutz.

Darüber hinaus bietet Stahl im Gegensatz zu Leichtmetallen eine verbesserte elektromagnetische Abschirmung. Dies stabilisiert die Systemfunktion und reduziert konstruktiven Aufwand für zusätzliche Abschirmmaßnahmen.  

Georgios Giovanakis, Chief Sales Officer bei thyssenkrupp Steel, erklärt:
„Mit bluemint® recycled steht der BMW Group ein CO₂-reduziertes Stahlprodukt zur Verfügung, das höchste Qualitätsanforderungen erfüllt und direkt in der Serienfertigung einsetzbar ist. Dass bluemint® Steel sowohl für Außenhautkomponenten als auch für Batteriegehäuse genutzt wird, zeigt das große Potenzial von CO₂-reduziertem Stahl. Elektromobilität und klimafreundlicher Stahl leisten gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Reduktion industrieller Emissionen.“    

Beitrag zu nachhaltiger Mobilität  

Die Kombination aus Elektromobilität und CO₂-reduziertem Stahl zeigt, wie technologische Innovationen entlang der Wertschöpfungskette auf das gleiche Ziel einzahlen: messbare Klimaschutzwirkungen im industriellen Maßstab.

Der Einsatz von bluemint® recycled in Außenhaut- und Batteriebauteilen des BMW iX3 verdeutlicht das Potenzial, CO₂-reduzierte Werkstoffe unter Serienbedingungen einzusetzen und zugleich die Anforderungen moderner Fahrzeugarchitekturen zuverlässig zu erfüllen. Darüber hinaus ermöglicht der Schrotteinsatz in bluemint® recycled eine höhere Recyclingquote im Fahrzeug – ein weiterer wichtiger Baustein für eine nachhaltige und ressourcenschonende Produktion.    

Transformation der Stahlproduktion als Schlüssel zur Klimaneutralität  

bluemint® recycled ist Teil des Transformationspfads von thyssenkrupp Steel hin zur klimaneutralen Stahlproduktion. Durch den geplanten Betrieb einer wasserstofffähigen Direktreduktionsanlage wird der bisherige kohlebasierte Stahlerzeugungsprozess schrittweise abgelöst.

Die Anlage wird jährlich bis zu 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertes Eisen (DRI) erzeugen und ermöglicht damit eine CO₂-Reduktion von bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr. Bis spätestens 2045 soll die gesamte Produktion auf klimaneutralen bluemint® Steel umgestellt sein.

(Quelle: thyssenkrupp Steel)

 

 

Schlagworte

ArchitektArchitekturAutomobilBMWDirektreduktionEinsparungEisenerzeEmissionenEUHochofenIndustrieINGInnovationKIKlimaKlimaschutzKoksLEDLieferungProduktionRecyclingSchrottStahlStahlerzeugungStahlproduktionTemperaturTransformationWasserstoffWerkstoffWerkstoffeZahlen

Verwandte Artikel

Luftbild des Moselstahlwerks in Trier
08.09.2026

Technische Ausrüstung des Moselstahlwerks Trier steht zum Verkauf

Die Anlagentechnik des gesamten schmelzmetallurgischen und Stranggießbereichs werden weltweit Investoren zum Kauf angeboten.

Anlagen Asien Danieli Draht Essen EU Indien ING Lichtbogenofen Messung Metallurgie Modernisierung Produktion Produktionsprozess Schmelze Schmelzen Schrott Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Stahlwerk Strangguss Tenova Verkauf Verlag
Mehr erfahren
Projektauftakt, v.l.n.r. hinten: Andreas Zaremba, Leiter TGA, Ilsenburger Grobblech GmbH, Sebastian Böhm, Entwicklungsingenieur, Ilsenburger Grobblech GmbH, Uwe Zischkale, Abteilungsleiter 3 Energie, Nachhaltigkeit, Strukturwandel, Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt; v.l.n.r. vorn: Dr. Robert Kühn, Vorsitzender der Geschäftsführung, Ilsenburger Grobblech GmbH, Denis Loeffke, Bürgermeister Stadt Ilsenburg, Dr. Franziska Sondej, Energiesysteme und Infrastrukturen, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, Andreas Künne, Energiemanager, Ilsenburger Grobblech GmbH
07.09.2026

Vorstudie in Ilsenburg startet

Mit dem Projektauftakt in der Stadtverwaltung Ilsenburg startet die Vorstudie „Smart Industry Orchestration Ilsenburg“.

Automatisierung Blech Bleche Bund Energie Entwicklung Ergebnis EU Fraunhofer Grobblech HZ Ilsenburger Grobblech GmbH Industrie ING Klima Klimaschutz Nachhaltigkeit Politik Produktion Produktionsprozess Sachsen Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Studie Transformation Umwelt Unternehmen USA Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsstandort
Mehr erfahren
Neue Warmrichtmaschine in Mühheim
07.09.2026

Salzgitter AG nimmt Warmrichtmaschine in Betrieb

Die Anlage im Werk der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (Mülheim a. d. R.) unterstreicht die Rolle des Salzgitter-Konzerns als Partner für Infrastruktur im Zukunft...

Anlagen Anlagenbau Blech Bleche DSV Energie Energiewende Entwicklung Essen EU Gesellschaft Grobblech HZ Inbetriebnahme ING Investition Montage Offshore Produktion Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH Stahl Technik USA Vorstand Wettbewerb Zusammenarbeit
Mehr erfahren
04.09.2026

Acciaierie Venete nimmt weitere Einzelstab-Richtanlage in Betrieb

Die fortschrittliche SBQ-Endbearbeitungstechnologie wurde von Danieli im Werk Padua implementiert. Sie garantiert hochwertigen Stabstahl und steigert die betriebliche Eff...

Automation Automatisierung Betriebssicherheit Danieli EU Inbetriebnahme Industrie ING Instandhaltung Italien KI Messe Produktion Prozessleitsystem Service Stahl Strategie Unternehmen USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Frontansicht des Deutschen Bundestags in dem der Bundeshaushalt debattiert wird.
03.09.2026

Regierung droht Mittelstandsforschung weiter auszubremsen

Forschungsvereinigungen fordern Kurskorrektur im Bundeshaushalt.

Anpassung Bund Dekarbonisierung Deutschland Digitalisierung Einsparung Energie Entwicklung EU Forschung Forschungsprojekt Fosta HZ Industrie ING Innovation KI Klima Konstruktion Politik Produktion Rohstoffe Sanierung Stahl Stahlanwendung Transformation Unternehmen USA Wasserstoff Werkstoff Werkstoffe Wettbewerb Wirtschaft Zukunftstechnologie
Mehr erfahren