Unternehmen
Gunnar Groebler und Birgit Potrafki - Photo: Salzgitter AG
24.03.2026

Salzgitter-Konzern mit Vorsteuerergebnis nahe Breakeven

Der Geschäftsverlauf des Salzgitter-Konzerns war 2025 von einer anhaltend schwachen Nachfrage in zentralen Abnehmerbranchen, hohen Energiepreisen sowie einem intensiven internationalen Wettbewerb geprägt.

Die Preise von Walzstahlprodukten lagen unter dem Niveau des Jahres 2024. Zusammen mit den globalen Verwerfungen der Warenströme infolge der US amerikanischen Handelspolitik führte dies zu einer erheblichen Belastung der stahlproduzierenden und -verarbeitenden Gesellschaften.

Gegenläufig wirkten das Rekordergebnis des Geschäftsbereiches Technologie, ein abermals sehr erfreulicher Ergebnisbeitrag der Beteiligung an der Aurubis AG sowie die Kostensenkungseffekte des Ergebnisverbesserungsprogramms P28.

Der Außenumsatz des Salzgitter-Konzerns verringerte sich wegen gesunkener Durchschnittserlöse für Stahlprodukte sowie der Entkonsolidierung der Edelstahlrohrgruppe im Geschäftsbereich Stahlverarbeitung auf 9,0 Mrd. € (2024: 10,0 Mrd. €). Das EBITDA sank entsprechend auf 376 Mio. € (2024: 445 Mio. €). Das Ergebnis vor Steuern stieg gegenüber dem von negativen Einmaleffekten geprägten Vergleichswert des Vorjahres auf - 28 Mio. € (2024: - 296 Mio. €). Hierin enthalten sind 180 Mio. € Beitrag der at-equity (IFRS-Bilanzierung) einbezogenen Beteiligung an der Aurubis AG (2024: 184 Mio. €), der insbesondere im vierten Quartal von hohen Bewertungseffekten aus Metallpreisschwankungen positiv beeinflusst war.

Gegenläufig wirkten - 30 Mio. € (2024: 0 €) Bewertungseffekte aus der im Oktober 2025 begebenen Umtauschanleihe mit Tauschrecht in Aktien der Aurubis AG. Aus - 70 Mio. € Nachsteuerresultat (2024: - 348 Mio. €) errechnen sich - 1,37 € Ergebnis je Aktie (2024: - 6,51 €). Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) betrug 0,7 % (2024: - 3,4 %). Die Nettofinanzschulden stiegen aufgrund der hohen Investitionstätigkeit im Rahmen des Dekarbonisierungsprogramms SALCOS® auf - 954 Mio. € (2024: - 574 Mio. €). Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 3. Juni 2026 die Ausschüttung einer Dividende von 0,20 € je Aktie vor.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt auch zu Beginn des Jahres 2026 weiter angespannt. Die geplanten öffentlichen Investitions- und Infrastrukturprogramme führen noch nicht zu einer deutlichen konjunkturellen Belebung. Positive Impulse für unsere Branche erwarten wir hingegen von den Handelsschutzmaßnahmen der EU. Insgesamt rechnen wir nur mit einer moderaten Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und antizipieren im Geschäftsjahr 2026 für den Salzgitter-Konzern:

• einen Umsatz von rund 9,5 Mrd. €,
• ein EBITDA VX zwischen 500 Mio. € und 600 Mio. €,
• ein EBT VX zwischen 75 Mio. € und 175 Mio. € sowie
• eine leicht über dem Vorjahresniveau liegende Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE VX).

In dieser Prognose sind Auswirkungen aus der möglichen Umsetzung der am 6. Februar 2026 bekanntgegebenen Eckpunkte zur Fortführung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH unter alleiniger Verantwortung der Salzgitter AG nicht berücksichtigt.

Da die Bewertung der im Oktober 2025 platzierten Umtauschanleihe zu nicht operativ bedingten und mitunter signifikanten Ergebnisschwankungen führen kann, basiert die Konzernprognose ab dem Geschäftsjahr 2026 auf bereinigten Steuerungskennzahlen. Bei der Berechnung des EBT VX (Earnings before Taxes and Valuation Exchangeable) und EBITDA VX (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation, Amortization and Valuation Exchangeable) sowie des ROCE VX (Return on Capital Employed) werden die Ergebniseffekte, die im Zusammenhang mit der Bewertung der Umtauschanleihe stehen, eliminiert.

Vorstandsvorsitzender Gunnar Groebler kommentiert wie folgt:
„Angesichts anhaltender Konjunkturschwäche, hoher Energiepreise und zunehmender handelspolitischer Unsicherheiten konzentrieren wir uns auf unsere eigene Handlungsfähigkeit. Hierzu zählen konsequente Kostensenkungen, Restrukturierungen und aktive Portfoliomaßnahmen. Im Geschäftsjahr 2025 haben wir erhebliche Kostensenkungseffekte gegenüber dem Vorjahr erzielt und mit dem vollzogenen Turnaround des Geschäftsbereiches Handel erste Restrukturierungserfolge verzeichnet.

Gleichzeitig optimieren wir unser Portfolio konsequent nach dem Best-Owner-Prinzip, etwa durch den Verkauf der DESMA Schuhmaschinen GmbH und die jüngste Akquisition der Thyrolf & Uhle GmbH zur Stärkung unserer Wertschöpfungsstruktur im Bereich Sicherheitsstähle. Mit diesen Entscheidungen verbinden wir klare wirtschaftliche Zielsetzungen mit gesellschaftlicher Verantwortung. Dies gilt auch für unseren Ansatz zur Zukunft der Hüttenwerke Krupp Mannesmann: Wir sind bereit, HKM unter alleiniger Verantwortung der Salzgitter AG eine wirtschaftliche Perspektive zu geben. Auch hierzu bedarf es verlässlicher politischer Rahmenbedingungen, beispielsweise in Bezug auf die europäische CO2-Regulierung. Unterstützung für Investitionssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit erwarten wir von den EU-Handelsschutzinstrumenten sowie dem CO2-Grenzausgleich.“

Finanzvorständin Birgit Potrafki ergänzt:
„Das nahezu ausgeglichene Vorsteuerergebnis 2025 unterstreicht die Wirksamkeit unserer eingeleiteten Maßnahmen, auch unter weiterhin herausfordernden
Marktbedingungen. Der operative Cashflow stieg im vergangenen Geschäftsjahr auf über 500 Mio. €. Einen wesentlichen Beitrag leistete unser Ergebnisverbesserungsprogramm P28, dessen ursprünglich geplante Kostensenkungseffekte von 97 Mio. € mit nachhaltig 110 Mio. € deutlich übertroffen wurden.
Inklusive Einmaleffekten belief sich der Beitrag sogar auf 129 Mio. €.

Dieses positive Momentum werden wir auch im laufenden Geschäftsjahr konsequent fortschreiben. Mit der Platzierung der Umtauschanleihe in Aktien der Aurubis AG haben wir unsere finanzielle Flexibilität gezielt erweitert. Die aus der Bewertung der Anleihe resultierenden Ergebnisschwankungen eliminieren wir künftig in unseren zentralen Steuerungskennzahlen. Damit erhöhen wir Transparenz und Vergleichbarkeit der operativen Performance. Vor dem Hintergrund eines weiterhin volatilen Marktumfelds bleiben Ergebnissteigerung, Investitionsdisziplin und Working-Capital-Management zentrale finanzielle Prioritäten.“

(Quelle: Salzgitter AG)

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