Trendthema
Modernisiert für die Zukunft: Der Hubbalkenofen 3 bei thyssenkrupp Hohenlimburg wurde umfassend erneuert – für mehr Energieeffizienz, geringere Emissionen und die Nutzung von Wasserstoff. - Photo: thyssenkrupp Steel Europe AG,
01.07.2025

thyssenkrupp Hohenlimburg modernisiert Ofenanlage

Mit einer Investition im niedrigen zweistelligen Millionenbereich hat thyssenkrupp Hohenlimburg die Modernisierung des Hubbalkenofens 3 (HBO 3) abgeschlossen. Die umfassende technische Erneuerung stellt nicht nur die Einhaltung zukünftiger Umwelt- und Sicherheitsvorgaben sicher, sondern markiert auch einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Stahlproduktion.

Technologische Erneuerung für eine nachhaltige Produktion

Im Zuge des Umbaus wurde die Ofenanlage in vier großen Bauabschnitten zwischen Sommer 2023 und Januar 2025 durch die LOI Thermprozess GmbH grundlegend modernisiert. Ziel war es, die zukünftig strengeren Abgasgrenzwerte einzuhalten, die Sicherheitstechnik der Anlage gemäß zukünftiger Anforderungen auszulegen, den Energieverbrauch signifikant zu senken und die Anlage für den Betrieb mit Wasserstoff mischgasfähig vorzubereiten.

„Mit dem Umbau des HBO 3 setzen wir ein klares Zeichen für nachhaltige Produktion und technologische Exzellenz. Die neue flammenlose Brennertechnologie ist nicht nur effizienter, sondern auch H₂-ready – ein entscheidender Schritt auf unserem Weg zur klimaneutralen Stahlherstellung“, erklärt Dr. Christoph Evers, Leiter der Mittelbandstraße bei thyssenkrupp Hohenlimburg.

Technische Highlights im Überblick

Die Modernisierung umfasst unter anderem:

  • Austausch und Neuanordnung von 91 Brennern durch hocheffiziente, wasserstofffähige Modelle zur Reduktion von Stickoxidemissionen und zur Leistungssteigerung.
  • Entfernen des Brennertunnels zur Optimierung der Brammendurchwärmung und Temperaturführung für kundenspezifische Losgrößen.
  • Verlängerung des Konvektivteils mit dichter Einstoßtür, damit weniger Wärme entweicht und Falschluft vermieden wird – das spart Energie und steigert gleichzeitig die Leistung des Ofens.
  • Einbau von Steherschuhen in Verbindung mit neuen Wassertassen zur Abdichtung des Unterofens, um Wärmeverluste im unteren Ofenbereich zu verringern und einen automatischen Zunderabtransport zu gewährleisten.
  • Modernisierung der elektrischen Steuerungstechnik sowie Einbau eines redundant abgesicherten Mess- und Regelungssystems, um die zukünftig geltenden Sicherheitsstandards zuverlässig zu erfüllen.
  • Optimierung der thermischen Prozessführung durch gezielte Neustrukturierung der Konvektiv- und Aufheizzone – für eine präzisere Temperaturverteilung und gesteigerte Ofenleistung.

„Die neue Ofentechnologie erlaubt uns nicht nur eine präzisere Temperaturführung, sondern reduziert auch den Gasverbrauch erheblich. Das ist ein Gewinn für die Umwelt und für unsere Wettbewerbsfähigkeit“, betont Evers.

Bedeutung für Standort und Branche

Mit der erfolgreichen Umsetzung des Projekts stärkt thyssenkrupp Hohenlimburg seine Position als Vorreiter in der energieeffizienten Flachstahlproduktion. Die H₂-readiness der Anlage ist ein zentraler Baustein der Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens.

„Diese Investition ist ein klares Bekenntnis zum Standort Hohenlimburg und zur Transformation der Stahlindustrie. Wir zeigen, dass Klimaschutz und industrielle Leistungsfähigkeit Hand in Hand gehen können“, so André Matusczyk, CEO thyssenkrupp Hohenlimburg.

(Quelle: thyssenkrupp Steel Europe AG)

 

Schlagworte

BrammeBrennerDekarbonisierungEmissionenEnergieEUFlachstahlHohenlimburgHubbalkenofenHZIndustrieINGInvestitionKIKlimaKlimaschutzModernisierungOptimierungProduktionStahlStahlherstellungStahlindustrieStahlproduktionSteuerungStrategieTechnikTemperaturThyssenkrupp Steel EuropeThyssenkrupp Steel Europe AGTransformationTransportUmweltUnternehmenWasserstoffWettbewerb

Verwandte Artikel

Feier zur Inbetriebnahme JSW
06.11.2026

Zweite Säureregenerationsanlage bei JSW Steel Coated Products in Betrieb

Die Anlage wurde bei JSW Steel Coated Products Limited am Standort Vasind im indischen Bundesstaat Maharashtra vom Technologiekonzern Andritz erfolgreich in Betrieb genom...

ANDRITZ AG Anlagen Beizlinie Bund EU Gesellschaft Inbetriebnahme Indien Industrie Säureregenerationsanlage Stahl Umwelt Unternehmen Verkauf Zink
Mehr erfahren
Das Tata Steel Kalinganagar und das SMS group Team feiern die erfolgreiche Inbetriebnahme der Anlage
06.11.2026

Tata Steel nimmt Brammengießanlage in Betrieb

Tata Steel und SMS group haben im Stahlwerk Nr. 1 von Tata Steel Kalinganagar die dritte Zweistrang-Brammengießanlage in Betrieb genommen. Nach kurzer Zeit erreichte sie...

2016 ABB Anlagen Automatisierung Bramme Entwicklung Ergebnis EU Inbetriebnahme ING KI Ltd Ltd. Partnerschaft Produktion Schmelze Schmelzen SMS SMS group Stahl Stahlwerk USA Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Mitarbeiter von Nucor Steel Berkeley, Primetals Technologies und Clecim an der neuen Kontinuierlichen  Verzinkungsanlage in Huger, South Carolina, nach der erfolgreichen Produktion des ersten  Premiumklasse-Coil.
05.11.2026

Nucor produziert ersten Bund auf Durchlaufverzinkungsanlage

Die Anlage produziert Automobil-Außenstähle in Sichtqualität und höchstfeste Stähle (AHSS). Die firmeneigenen Technologien Rapid Cooling und Querfeld-Induktionserwärmung...

Aluminium Anlagen Automatisierung Automobil Brenner Brennertechnik Bund Entwicklung Ergebnis EU HZ Inbetriebnahme Indien ING Japan Lieferung Montage Nordamerika Primetals Produktion Service Stahl Strategie Technik Unternehmen USA Walzwerk Zink Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Von links: Jacobus Steyn, Leiter des Geschäftsbereichs Energie bei Alleima; Hanhee Lee, Vizepräsidentin der Abteilung Wachstum/Beschaffung bei Doosan Enerbility; Göran Björkman, Geschäftsführer bei Alleima; Alistair Black, Vizepräsident für den Geschäftsbereich Großbritannien bei X-Energy; Robert Leone, leitender Direktor für die Lieferkette bei X-Energy; und Carl von Schantz, Leiter des Geschäftsbereichs Rohre bei Alleima.
05.11.2026

Alleima erhält ersten Auftrag für Rohrleitungen für Kernreaktoren

Alleima hat von Doosan Enerbility seinen ersten Auftrag über Dampferzeugerrohre für einen heliumgekühlten kleinen modularen Reaktor (SMR) der nächsten Generation erhalten...

Elektrifizierung Energie Entwicklung EU Getriebe Industrie Investition Kernenergie Produktion Rohre Sandvik Schweden Temperatur Tube Unternehmen USA Werkstoff Werkstoffe Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Visualisierung der Direktreduktionsanlage von thyssenkrupp Steel in Duisburg: Der angepasste Förderbescheid schafft eine verlässliche Grundlage für die weitere Umsetzung des Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel.
03.11.2026

Förderung stärkt Dekarbonisierungsprojekt tkH2Steel

thyssenkrupp Steel hat den Änderungsbescheid zur Förderung seines Dekarbonisierungsprojekts tkH2Steel erhalten. Diese bereits angekündigte Anpassung der Förderauflagen is...

Anlagen Anpassung CO2 Dekarbonisierung Direktreduktion Duisburg Emissionen Entwicklung Erdgas EU EU-Kommission Europa Förderung Hochofen IBU Industrie ING Klima Klimaziel Klimaziele Lieferketten Marktbedingungen Produktion Schmelze Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Steel Europe Thyssenkrupp Steel Europe AG Transformation Transport Unternehmen Vorstand Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren