Unternehmen
18.09.2024

Hubertus Heil besucht ArcelorMittal Bremen

Die Stahlindustrie steht vor einem umfassenden Strukturwandel auf dem Weg zur klimaneutralen Stahlherstellung. ArcelorMittal Bremen bereitet sich auf den größten Umbau seit Gründung des Unternehmens in den 60er Jahren vor.

Viele Produktionsprozesse werden sich verändern und das Werk wird an vielen Stellen digitaler. Gleichzeitig werden in den nächsten Jahren viele erfahrene Fachkräfte altersbedingt ausscheiden.

Neben den technischen Neuerungen liegt der entscheidende Erfolgsfaktor daher in der Gestaltung der sozialen Transformation.

Besuch mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft

Zusammen mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft überzeugte sich Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der Schirmherr für die soziale Transformation des Bremer Stahlwerks ist, vor Ort vom Stand der Entwicklung.

Mit dabei waren neben Bürgermeister Andreas Bovenschulte die Bremer Arbeits- wie auch die Bremer Wirtschaftssenatorin,  weitere Mitglieder der Bremer Bürgerschaft, Vertreter des IG-Metall- Vorstands, Betriebsvorsitzende aus anderen Bremer Betrieben, der Arbeitnehmerkammer, der Bremer Universität sowie interne Vertretern des Managements, des Betriebsrats und der Vertrauensleute bis hin zu Auszubildenden der Bremer Hütte.  

ArcelorMittal Bremen geht bei der aktiven Gestaltung der Transformation voran. Auf Grundlage einer gemeinsamen Erklärung des Aufsichtsrats des Unternehmens und der IG Metall Bremen liegt das Ziel in der gemeinsamen Gestaltung der sozialen Transformation.

Zentrale Themen der Initiative „Menschen machen Stahl“:
  • Wo steht das Unternehmen im Prozess der Transformation?
  • Welche Hürden und Konflikte sind zu bewältigen?
  • Welche zentrale Rolle kommen auf einzelnen Akteure, vor allem auf die Belegschaft zu? Wie gelingt ihre Einbindung?
  • Welche Herausforderungen stellen sich bei der Personalstrategie?
  • Vor welchen Kompetenzanforderungen und Qualifizierungsbedarfen steht die Belegschaft?
  • Wie möchten der Vorstand, die IG Metall und der Betriebsrat von ArcelorMittal Bremen das alles im Betrieb mit arbeitsmarktpolitischen Instrumente bewältigen?

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil:
„Der industrielle Wandel hin zu grünem Stahl gelingt nur zusammen mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Deshalb habe ich die Schirmherrschaft übernommen für ein Projekt bei ArcelorMittal in Bremen.

Hier können - gefördert vom Europäischen Sozialfonds und dem BMAS - die Beschäftigten die soziale Transformation aktiv mitgestalten.

Auch über die Initiative hinaus will das Unternehmen die Instrumente des Aus- und Weiterbildungsgesetzes nutzen, um sich gut für den Wandel der Industrie aufzustellen.“

Soziale Transformation muss vorangetrieben werden

Dr. Dietmar Ringel, Aufsichtsratsvorsitzender ArcelorMittal Bremen:
„Die technischen und politischen Rahmenbedingungen sind notwendige Voraussetzungen für die Dekarbonisierung der Stahlproduktion. Doch das wird nur gelingen, wenn wir gleichzeitig auch die soziale Transformation vorantreiben.

Die Schirmherrschaft des Bundesarbeitsministers und die arbeitsmarktpolitischen Instrumente, mit denen wir bei der Transformation arbeiten können, sind ein klares Zeichen für den Willen aller Beteiligten, damit der Wandel gemeinsam mit den Beschäftigten gelingt. Daran werden wir mit aller Kraft und Entschlossenheit arbeiten.“

Dr. Ute Buggeln, Geschäftsführerin der IG Metall Bremen; stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende ArcelorMittal Bremen:
Verantwortungsvolles Krisenmanagement und Gestaltung von Veränderungen haben in der Vergangenheit die Betriebsräte, IG Metall und Unternehmen am Bremer Standort immer wieder unter Beweis gestellt. Und die Belegschaft ist es gewohnt, auf Herausforderungen produktiv zu reagieren.

Dies war und ist nur möglich, weil die Montanmitbestimmung dafür das Fundament bietet, Interessenskonflikte konstruktiv zu lösen. Die Einflussnahme auf Entscheidungen und Mitgestaltung erlaubt uns, die Chancen des Wandels zur Absicherung der Arbeitsplätze und zur Weiterentwicklung des Werkes aktiv zu nutzen – und genau das tun wir mit dieser Initiative.

Junge Menschen gestalten den Wandel

Dr. Thomas Bünger, CEO ArcelorMittal Bremen:
„Besonders junge Menschen spielen eine zentrale Rolle bei der sozialen Transformation. Ihre Energie, Ideen und Perspektiven sind es, die den Wandel gestalten und vorantreiben.

Der Bremer Standort ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie entscheidend Investitionen in Ausbildung sind – deshalb wird die Zahl der Auszubildenden auf 130 verdoppelt und ein Fokus auf duale Studiengänge gelegt.

Außerdem bauen wir die Recruitingaktivitäten und -strategien aus und bieten verstärkt Weiterbildung an.“

Mike Böhlken, Betriebsratsvorsitzender ArcelorMittal Bremen:
„Für die Mitbestimmung hat es einen besonderen Wert, dass Hubertus Heil zu uns nach Bremen kommt und sich mit unserer Initiative zur Gestaltung der sozialen Transformation identifiziert.

So bekommt es auch für unsere Kolleginnen und Kollegen noch mehr Bedeutung, wenn es um die Sicherheit unserer Arbeitsplätze und um die Zukunft unseres Standorts hier in Bremen geht.“  

Transformation mit Modellprojekt "Steel2H(B)"

Im Kern zielt die Initiative auf die Zukunft des Bremer Werks mit klimaneutraler Stahlproduktion, auf die Absicherung von Beschäftigung, die Entwicklung neuer Beschäftigungspotenziale und auf die Umsetzung gezielter Qualifikationsmaßnahmen mit dem Modellprojekt „Steel2H(B)“.

Außerdem sind interne Mobilität, die direkte Einbeziehung der Beschäftigten und die Stabilisierung der Veränderungsprozesse durch Tarifverträge weitere Themen.

(Quelle: ArcelorMittal)

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