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Jochen Burg, CEO und Fabíola Fernandez, CFO beim Jahrespressegespräch der SMS group. - Photo: SMS group
21.05.2026

SMS group steigert Gewinn und investiert in nachhaltige Technologien

Die SMS group hat im Geschäftsjahr 2025 ihre wirtschaftliche Entwicklung trotz eines weiterhin sehr anspruchsvollen Marktumfelds erneut verbessert. Geopolitische Spannungen, volatile Märkte und eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft vieler Kunden prägten das Umfeld – dennoch konnte das Unternehmen seine zentralen Kennzahlen weiter steigern.

Der Auftragseingang erhöhte sich auf 4,0 Milliarden Euro, während der Umsatz – vor allem aufgrund noch nicht abgeschlossener Großprojekte – auf 3,6 Milliarden Euro zurückging. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auf 145 Millionen Euro.

Auch die finanzielle Basis wurde weiter gestärkt: Die Liquidität erhöhte sich auf 1,25 Milliarden Euro. Treiber dieser Entwicklung waren insbesondere eine verbesserte Projektprofitabilität, eine konsequentere Steuerung von Risiken sowie Fortschritte im Servicegeschäft und bei technologischen Innovationen.

„Die Rahmenbedingungen waren 2025 alles andere als einfach. Umso wichtiger ist, dass wir unsere Profitabilität weiter verbessern und unsere Projekte stabil umsetzen konnten“, sagt Jochen Burg, CEO der SMS group.

„Gleichzeitig gilt: Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen. Unser Anspruch bleibt hoch. Wir treiben unsere strategische Weiterentwicklung konsequent voran.“

Im Fokus stehen eine nachhaltige Verbesserung der Projektperformance, eine stärkere Verzahnung von Neuanlagengeschäft und Service sowie eine Fokussierung auf technologisch differenzierende Lösuungen.

„Unser Ziel einer EBIT-Marge von sieben Prozent verstehen wir nicht als Obergrenze, sondern als Mindestanspruch“, sagt Fabíola Fernandez, CFO der SMS group.

„Wir sehen weiteres Potenzial und werden den eingeschlagenen Kurs der Performance-Orientierung und Kostendisziplin konsequent fortsetzen.“

Servicegeschäft wächst, Ausbau bleibt zentrale Aufgabe

Das Servicegeschäft entwickelte sich weiter positiv und machte im abgelaufenen Geschäftsjahr 24 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Es umfasst technische Dienstleistungen, Wartungskonzepte, Ersatzteilgeschäft sowie langfristige Betriebsunterstützung. Der Umsatz mit Serviceleistungen soll künftig um ca. zehn Prozent pro Jahr gesteigert werden, um damit die Stabilität und Planbarkeit des Geschäfts deutlich zu erhöhen.

Gleichzeitig integriert die SMS group Service konsequent in das Projektgeschäft. Bereits in der Angebotsphase werden Serviceleistungen systematisch mitgedacht und vertraglich verankert.

„Die Verantwortung für die Weiterentwicklung des Servicegeschäfts liegt auch in den Regionen. Dort entscheiden sich Kundennähe und Geschäftserfolg“, sagt Fabíola Fernandez.

Technologie als Wettbewerbsvorteil

Innovation bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor in der Stahlindustrie. Die SMS group investiert gezielt in Technologien, die ihren Kunden helfen, ihre Produktion effizienter, nachhaltiger und wirtschaftlicher zu gestalten.

Schwerpunkte liegen insbesondere in den Bereichen Dekarbonisierung, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft. Ein Beispiel ist die EASyMelt-Technologie, mit der sich CO₂-Emissionen in bestehenden Hochofenprozessen signifikant reduzieren lassen. Gemeinsam mit Tata Steel wird diese Technologie in Indien erstmals industriell umgesetzt.

Zudem hat SMS Anfang 2026 die Ferrous-Technologien von Metso übernommen. Damit erweitert das Unternehmen sein Portfolio um zentrale Prozessschritte wie Sinter- und Pelletieranlagen sowie Kalzinierungsverfahren. Für Kunden bedeutet das mehr Flexibilität bei Rohstoffen, höhere Effizienz und geringere Emissionen. SMS hat die Investitionen in Forschung und Entwicklung 2025 erneut um 1,3 Prozent auf 157 Millionen Euro erhöht.

SMS entwickelt Tool zur Anlagenbewertung für maßgeschneiderte Dekarbonisierungslösungen

SMS treibt die Dekarbonisierung der Stahlindustrie weiter voran. Dafür liefert das Unternehmen mit dem Plant Assessment Tool (PAT) ein datengetriebenes Entscheidungswerkzeug, das Stahlhersteller bei der Bewertung ihrer Transformationspfade unterstützt. PAT nutzt live simulierte Modelle und Sensitivitätsanalysen zur Berechnung der tragfähigsten Wege zur Dekarbonisierung. Es berücksichtigt Schlüsselfaktoren wie Energiepreise und Rohstoffverfügbarkeit sowie die Auswirkungen auf den CO2-Fußabdruck in den Scopes 1, 2 und 3. PAT ermöglicht detaillierte CAPEX- und OPEX-Bewertungen, sodass Stahlhersteller Szenarien vergleichen und fundierte Entscheidungen für eine nachhaltige und wirtschaftlich solide Transformation treffen können.

Indien als strategischer Wachstumsmarkt

Indien gewinnt für die SMS group weiter an strategischer Bedeutung und zählt zu den wichtigsten Wachstumsmärkten der globalen Metallindustrie.

Anfang 2026 hat das Unternehmen eine hochmoderne Produktionsstätte in Ahmedabad im westindischen Bundesstaat Gujarat eröffnet. Der neue Standort stärkt die lokale Wertschöpfung, erweitert die Fertigungskapazitäten und verbessert die Nähe zu Kunden im Westen des Landes.

„Dies ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Ausbau unserer Präsenz in diesem bedeutenden Wachstumsmarkt und aktive Unterstützung des industriellen Aufschwungs im Land. Die indische Stahlproduktion liegt derzeit bei etwa 150 Millionen Tonnen pro Jahr und wird voraussichtlich in den nächsten Jahren auf 300 Millionen Tonnen ansteigen. Wir wollen unsere Kunden vor Ort mit erstklassiger Ausrüstung und hervorragendem Service bestmöglich unterstützen“, sagt Jochen Burg.

SMS betreibt bereits eine große Fertigungsstätte in Bundesstaat Odisha im Osten Indiens. Beide Standorte ergänzen sich technologisch und logistisch optimal.

ESG-Strategie weiter operationalisiert

Die SMS group hat im Geschäftsjahr 2025 ihre ESG-Strategie deutlich weiterentwickelt und verstärkt in die operative Umsetzung überführt. Nach der strategischen Verankerung im Vorjahr lag der Fokus nun auf der Konkretisierung messbarer Ziele sowie der Implementierung weiterer Maßnahmen entlang aller drei ESG-Dimensionen. Dazu zählen unter anderem die Einführung eines gruppenweiten Zielsystems, der Aufbau einer zentralen ESG-Organisation mit direkter Berichtslinie an den Vorstand sowie die Umsetzung erster Dekarbonisierungsprojekte an wichtigen Standorten.

Gleichzeitig wurden ESG-Kriterien stärker in zentrale Geschäftsprozesse integriert – etwa durch neue Steuerungsinstrumente in der Produktentwicklung und durch konkrete Initiativen zur Förderung von Arbeitssicherheit und Diversität. Mit diesen Fortschritten schafft SMS die Grundlage für eine transparente, regulatorisch konforme und wirkungsorientierte Nachhaltigkeitssteuerung.

SMS mit positivem Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die SMS group ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld. Der Auftragseingang wird voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres liegen, während beim Umsatz ein moderates Wachstum auf über 3,6 Milliarden Euro erwartet wird. Gleichzeitig soll das Ergebnis weiter verbessert werden.

„Wir werden 2026 gezielt nutzen, um unsere Position als führender Partner im integrierten Anlagen- und Servicegeschäft weiter zu stärken. Unser Anspruch ist klar: Wir stehen für technologische Exzellenz, zuverlässige Projektumsetzung und eine enge Begleitung unserer Kunden über den gesamten Lebenszyklus ihrer Anlagen“, sagt Jochen Burg.

(Quelle: SMS group)

Abb.: SMS group

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