Produkte
von links nach rechts Neuer state-of-the Art Hubbalkenofen erhitzt die ersten Brammen: Christian Schrade, Geschäftsführer Tenova LOI Thermprocess GmbH; Sascha Bothen, Senior Vice President Sales & Marketing Tenova LOI Thermprocess GmbH; Dr. Heike Denecke-Arnold, Chief Operating Officer (COO), Frank Pozun, Downstream Operations, Leiter Warmbandwerk 2 thyssenkrupp Steel - Photo: thyssenkrupp Steel Europe AG
09.11.2022

Top-Oberflächen für die Automobilindustrie

thyssenkrupp nimmt neuen Hubbalkenofen am Standort Duisburg in Betrieb

thyssenkrupp Steel hat am Standort Duisburg einen neuen hochmodernen Hubbalkenofen fertiggestellt. Wichtigster Vorteil des neuen Aggregats ist eine nochmals verbesserte Oberflächenqualität bei Premiumblechen, wie sie beispielsweise für die Außenhaut von Autos benötigt werden. Der neue Ofen setzt zudem Maßstäbe bei Energieverbrauch und Energieeffizienz. Installiert wurde das neue Aggregat durch den internationalen Technologieführer für Wärmebehandlungsprozesse Tenova LOI Thermprocess. Das Investitionsvolumen dieses ersten im Rahmen der Strategie 20-30 fertiggestellten Projekts liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Im Vordergrund der Stahlstrategie 20-30 stehen die gezielte Optimierung des Produktions-netzwerks und eine konsequente Ausrichtung des Produktportfolios auf Zukunftsmärkte und profitable Stahlgüten. Dazu zählen zum Beispiel Mehrphasenstähle, Leichtbaustähle und Güten mit hoher Oberflächenqualität sowie Stähle für die Elektromobilität. 

Dr. Heike Denecke-Arnold, Produktionsvorstand bei thyssenkrupp Steel:
„Mit dem neuen Hubbalkenofen kommen wir den steigenden Ansprüchen unserer Automobilkunden nach optimalen Oberflächenqualitäten nach. Durch die schonende Erwärmung der Brammen im neuen Aggregat, schaffen wir bereits im Warmbandwerk die Voraussetzungen für höchste Qualitäten entlang der Prozesskette bis zum Endprodukt. Der neue Hubbalkenofen ist damit ein wichtiger Baustein unserer Strategie 20-30 zur gezielten Optimierung unseres Produktionsnetzwerks.“

Mit dem neuen Hubbalkenofen werden Oberflächenfehler schon beim Wiedererwärmen der Brammen vermieden. Nur Hubbalkenöfen sind in der Lage, Brammen materialschonend durch eine Hebe- und Senkvorrichtung ohne Oberflächenverletzung der Brammenunterseite durch den Ofen zu tragen. Hierdurch werden Unterseitenverletzungen nahezu ausgeschlossen, und aufgrund des Brammenabstandes zueinander ist zusätzlich eine homogenere Brammendurchwärmung gewährleistet. In herkömmlichen Stoßöfen werden dagegen die Brammen zur Wiedererwärmung für den Walzprozess durch den Ofen geschoben, wobei Kratzer entstehen können. Durch den neuen Hubbalkenofen können die hohen und weiter steigenden Qualitätsanforderungen der Automobilbranche zukünftig weiterhin bedient werden.  

„Mit der Inbetriebnahme des neuen HBO5H verfügt thyssenkrupp Steel über die neuesten Technologien im Bereich von Wiedererwärmungsöfen für Brammen. Die State-of-the-Art Beheizungstechnik ermöglicht den Einsatz von werkseigener Produktion von Mischgas. Dadurch wird der CO2-Fußabdruck im Vergleich zur Verwendung von Erdgas bereits um mehr als 20 % reduziert. Die Brenner können bereits jetzt schon mit bis ca. 60 % Wasserstoff betrieben und mit wenigen Handgriffen auf den Betrieb mit 100 % Wasserstoff umgerüstet werden, wodurch dann keine CO2-Emissionen erfolgen. Die intelligente Aufteilung der Beheizungszonen erlaubt ein Höchstmaß an Produktionsflexibilität. Die Verwendung sicherheits-gerichteter Steuerungen unter Berücksichtigung neuester Standards und Normen sowie die sorgfältige Auswahl und Verwendung von FF- Materialien sorgen für eine lange Ofenreise“, so der Geschäftsführer der Firma Tenova LOI Thermprocess, Christian Schrade.  

Das Warmbandwerk 2 am Standort Duisburg gehört zu den größten und modernsten Anlagen seiner Art in Europa. Mit einer Kapazität von rund fünf Millionen Tonnen bedient es vor allem die europäische Automobilindustrie mit Qualitätsflachstählen für unterschiedliche Anwendungen.

Eckdaten zum Hubbalkenofen  
Gesamtmaß des Ofens: 80 m lang und 20 m breit
Gesamtmaß der Heizfläche: 54 m lang und 11 m breit
Gesamtgewicht: 6.700 t (zum Vergleich: mehr als die Hälfte des Eiffelturmes in Paris)
Kapazität: ca. 300 Brammen pro Tag (entspricht ca. 5.000 Autos in 24 Stunden)

(Quelle: thyssenkrupp Steel Europe AG)

Schlagworte

AnlagenAutomobilBlechBlecheBrammeBrennerCO2CO2-EmissionenDuisburgEmissionenEnergieEnergieeffizienzErdgasEUHubbalkenofenInbetriebnahmeIndustrieInvestitionLeichtbauOptimierungParisProduktionStahlSteuerungStrategieTechnikTenovaTenova LOI ThermprocessThermprocessThyssenthyssenkruppThyssenkrupp Steel EuropeThyssenkrupp Steel Europe AGWarmbandWasserstoff

Verwandte Artikel

Volker Fitz wurde zum CSO berufen
11.09.2026

Volker Fitz ist nun CSO der Eirich-Gruppe

Mit der neu geschaffenen Position des Chief Sales Officers (CSO) baut die EIRICH Gruppe ihre internationale Vertriebsorganisation strategisch aus

Asien Bund Eirich Entwicklung EU Europa Gesellschaft Partnerschaft Technik Unternehmen USA Vertrieb Zusammenarbeit
Mehr erfahren
11.09.2026

Europäischer Konvoi bringt den Ruf der Industrie nach Wettbewerbsfähigkeit ins Herz von Brüssel

Mehr als 200 Industrievertreter, 15 LKW und 10 symbolische Industriesärge fordern den Erhalt der europäischen Produktion

ABB Anpassung Dekarbonisierung Energie Essen Europa Forschung Handel HZ Industrie ING Innovation Investition Klima Klimaschutz Klimaziel Klimaziele Logistik Metallverarbeitung Politik Produktion Stahl Transformation Umwelt Unternehmen Verlag Wettbewerb Wettbewerbsfähigkeit Wirtschaft
Mehr erfahren
09.09.2026

Polytec erwirbt Mehrheitsanteil an Green Project

Das italienische Unternehmen beteiligt sich mit 51 % an dem Hersteller von Markier- und Identifikationssystemen für die Stahlbranche.

Anlagen Automatisierung Digitalisierung Entwicklung Forschung Industrie Innovation Italien KI Produktion Produktionsprozess Prozessautomatisierung Stahl Stahlindustrie Strategie Übernahme Unternehmen Unternehmensstruktur Zusammenarbeit
Mehr erfahren
09.09.2026

Rohstahlerzeugung im Juli 2026: Aufwärtstrend gerät ins Stocken

Die Rohstahlproduktion in Deutschland ist aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage wieder ins Stocken geraten.

Deutschland Entwicklung EU Produktion Rohstahlproduktion Stahl Stahlerzeugung Stahlproduktion Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Luftbild des Moselstahlwerks in Trier
08.09.2026

Technische Ausrüstung des Moselstahlwerks Trier steht zum Verkauf

Die Anlagentechnik des gesamten schmelzmetallurgischen und Stranggießbereichs werden weltweit Investoren zum Kauf angeboten.

Anlagen Asien Danieli Draht Essen EU Indien ING Lichtbogenofen Messung Metallurgie Modernisierung Produktion Produktionsprozess Schmelze Schmelzen Schrott Stahl Stahlherstellung Stahlproduktion Stahlwerk Strangguss Tenova Verkauf Verlag
Mehr erfahren