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Stahl in Bewegung: Blick in das Warmbandwerk 1 in Duisburg-Bruckhausen 1963. Moderne Anlagen und erfahrene Mitarbeitende sorgen noch heute im Warmbandwerk 1 für hochwertige Warmbandprodukte. - Bild: thyssenkrupp Steel
22.07.2025

Jubiläum: Warmbandstraße 1 bei thyssenkrupp Steel

Vor 70 Jahren nahm thyssenkrupp Steel in Duisburg-Bruckhausen die erste Warmbreitbandstraße Deutschlands in Betrieb – ein Meilenstein in der Wiederaufbauära der Nachkriegszeit.

Heute steht das Werk sinnbildlich für die Herausforderungen und Chancen einer Branche im Wandel. Die traditionsreiche Anlage ist nicht nur ein Symbol für den Wiederaufbau der deutschen Industrie, sondern auch ein zentraler Baustein der Zukunftsstrategie des Unternehmens.

Technologischer Pioniergeist seit 1955

Am 11. Juli 1955 wurde die 312 Meter lange Warmbreitbandstraße im Beisein von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer als erste ihrer Art in Deutschland in Betrieb genommen. Der Kanzler sparte nicht mit Lob für das „imposante und großartige Werk, geschaffen durch die Tüchtigkeit der hier arbeitenden Menschen“.

Die Warmbandstraße war schließlich das Herzstück des Wiederaufbaus der August Thyssen-Hütte und ermöglichte eine Jahresproduktion von zwei Millionen Tonnen Flachstahl – insbesondere für die stark wachsende Automobilindustrie.

Durch kontinuierliche Modernisierungen ist das Werk heute State-of-the-Art und mittlerweile auf eine Kapazität von rund drei Millionen Tonnen pro Jahr ausgelegt. Es liefert das Vormaterial für nahezu alle Flachstahlprodukte von thyssenkrupp Steel – von hochfesten Karosseriestählen bis zu Spezialgüten für die Energiewirtschaft und den Maschinenbau.

Das Warmbandwerk 1 spiegelt die technologische Entwicklung der Stahlindustrie der letzten Jahrzehnte wider: Von Optimierungen der Walztechnik über eine weitgehende Automatisierung der Prozesse bis hin zu digitalen Steuerungs- und Leittechnologien und KI-Elementen.

Bild: thyssenkrupp Steel
Industrieller Aufbruch: Am 11. Juli 1955 nahm thyssenkrupp Steel in Duisburg-Bruckhausen die erste Warmbreitbandstraße Deutschlands in Betrieb – bis heute Herzstück der Flachstahlproduktion. Unter den Gästen: Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer. Bild: thyssenkrupp Steel

Die jüngsten Investitionen in Prozesssteuerung und Qualitätssicherung ermöglichen eine noch effizientere Produktion – mit weniger Materialverlust, höherer Oberflächenqualität und besserer Energieausnutzung. Die technologische Entwicklung belegt auch der Produktivitätsfortschritt der Anlage: War sie ursprünglich auf zwei Millionen Tonnen Warmband ausgelegt, können heute rund drei Millionen Tonnen erzeugt werden.

Dennis Grimm, Sprecher des Vorstands bei thyssenkrupp Steel, erklärt:
„Das Warmbandwerk 1 ist ein integraler Bestandteil unseres Produktionsnetzwerks und eines von drei leistungsfähigen Warmbandwerken am Standort Duisburg. Es verbindet unsere industrielle Herkunft mit der Fähigkeit zu Innovation und Erneuerung.“

Warmbandwerke sind Kernaggregate bei der Herstellung von Flachstahl

thyssenkrupp Steel betreibt derzeit vier Warmbandwerke an den Standorten Duisburg und Bochum. Das neue, gerade im Hochlauf befindliche Warmbandwerk 4 in Duisburg-Bruckhausen wird das Bochumer Warmbandwerk 3 ablösen, das 2026 geschlossen werden soll. Die Warmbandfertigung von thyssenkrupp Steel konzentriert sich danach am Standort Duisburg mit einer Kapazität von rund neun Millionen Tonnen.

Warmband ist die Basis aller Flachstahl-Produkte von thyssenkrupp Steel. Bei der Fertigung werden Stahlblöcke bei mehr als 1.000 Grad Celsius in mehreren, hintereinander liegenden Walzgerüsten zu dünnen Blechen gewalzt. Dieses Material wird von den Kunden entweder direkt eingesetzt oder an den Standorten von thyssenkrupp Steel weiterverarbeitet.

Das Warmbandwerk 1 erzeugt überwiegend Vormaterial für den Verpackungsstahlspezialisten thyssenkrupp Rasselstein in Andernach, der daraus Feinstblech für anspruchsvolle Verpackungslösungen herstellt, wie z. B. Lebensmittel- und Getränkedosen oder Aerosolverpackungen.

Darüber hinaus liefert das Warmbandwerk 1 auch Vormaterial für Elektroband – etwa für den Einsatz in Elektromotoren und Transformatoren – sowie besonders dünne und hochfeste Spezialgüten.

(Quelle: thyssenkrupp Steel)

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