News Statement
Photo: pixabay
12.10.2021

Neue Bundesregierung muss rasch die Weichen für eine Transformation hin zur klimaneutralen Stahlindustrie stellen

Gemeinsame Pressemitteilung von Wirtschaftsvereinigung Stahl und IG Metall anlässlich des High-Level-Forum Stahl

Am 8. Oktober 2021 berieten auf Einladung von Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stahl-Bundesländer, der Stahlindustrie und der IG Metall über politische Maßnahmen und Instrumente, die für eine Transformation hin zur klimaneutralen Stahlindustrie erforderlich sind. Dabei spielt die Umsetzung des Handlungskonzepts Stahl durch eine neue Bundesregierung eine besondere Rolle.  

Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl:
„Die Initiative der Stahl-Bundesländer zum High-Level-Forum kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn die Transformation hin zu einer klimaneutralen Stahlindustrie verlangt einen politischen Rahmen, der die intensiven Bemühungen der Stahlunternehmen in Richtung Klimaneutralität sinnvoll unterstützt. Alle Beteiligten haben ein gemeinsames Verständnis darüber, dass nun konkrete Maßnahmen rasch auf den Weg gebracht werden müssen, damit die Stahlindustrie in Deutschland einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen des Klimaziels 2030 leisten kann. Dazu gehört es auch, die Branche vor Produktionsverlagerungen ins Ausland zu schützen.  

Vor dem Hintergrund der ambitionierten Klimaziele muss eine neue Bundesregierung die ersten 100 Tage dazu nutzen, die politischen Weichen so zu stellen, dass eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Stahlproduktion am Standort Deutschland möglich bleibt. Die Umsetzung des Handlungskonzepts Stahl im Koalitionsvertrag zu verankern ist ebenso ein notwendiger Schritt, wie die Fortführung des konstruktiven Dialogs zwischen Politik, Stahlindustrie und Gewerkschaft zur Begleitung der Transformation.   Bei allem Engagement auf nationaler Ebene, darf jedoch nicht vergessen werden, dass es auch Aufgabe der EU ist, einen transformationsfördernden Rahmen bereitzustellen. Daher sind Bundesländer und eine neue Bundesregierung aufgefordert sich mit starker Stimme in Brüssel einzubringen, damit der Green Deal eine industriepolitische Perspektive erhält.“

Jürgen Kerner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall:
„Die IG Metall unterstützt ausdrücklich die Pariser Klimaziele und den damit verbundenen Weg hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft. Die Stahlindustrie muss hier ihren Beitrag leisten. Die Pläne liegen bei den Unternehmen bereit. Jetzt muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen dafür schaffen. Es braucht schnelle und langfristig tragbare Zusagen zu Förderungen von EU, Bund und Ländern. Dies umfasst Förderungen bei den Investitionen, die notwendig sind, um grünen Stahl zu produzieren, wie auch bei den erhöhten laufenden Produktionskosten.  

Die Stahlindustrie kann sich aber nur dann transformieren, wenn sichergestellt ist, dass es genügend grünen Strom und grünen Wasserstoff zu bezahlbaren Preisen gibt. Es müssen also erheblich Anstrengungen unternommen werden, um die regenerativen Energien auszubauen und die dafür notwendige Energieinfrastruktur bereitzustellen. Außerdem muss die Kapazität zur Erzeugung von grünem Wasserstoff auf mindestens 10 Gigawatt installierte Leistung bis 2030 ausgebaut werden.

Die 85.000 Beschäftigten in der Stahlindustrie und darüber hinaus entlang der gesamten Wertschöpfungskette in Deutschland erwarten zu Recht eine aktive, gestaltende Industriepolitik, die ihnen eine Perspektive für gute und sichere Arbeitsplätze bietet. Wenn die neue Bundesregierung hier nicht beherzt handelt, riskieren wir Strukturbrüche, den Verlust von Arbeitsplätzen und die Akzeptanz dieses großen Gesellschaftsprojekts. Das Handlungskonzept Stahl muss daher jetzt entschlossen umgesetzt werden. Unsere Erwartung ist, dass die neue Bundesregierung dies in den Koalitionsvertrag aufnimmt und sich bereits erste Maßnahmen im 100-Tage-Programm wiederfinden.“

(Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl / IG Metall)

Schlagworte

AltmaierBrandenburgBundDeutschlandEnergieEssenEUGesellschaftHandelHandlungskonzeptIG MetallIndustrieINGInvestitionKerkhoffKlimaKlimazielKlimazieleParisPolitikPresseProduktionStahlStahlindustrieStahlproduktionStahlunternehmenTransformationUnternehmenUSAVerlagWasserstoffWettbewerbWirtschaftWirtschaftsministerWV Stahl

Verwandte Artikel

31.03.2026

VDE-Hinweis zu Netzrückwirkungen kommt Elektrostahlwerken entgegen

Eine jetzt veröffentlichte Broschüre von VDE FNN ist eine wertvolle Unterstützung für den Netzanschluss von elektrischen Anlagen mit EAFs größerer Leistung

Anlagen Elektrostahlwerk Elektrotechnik EU Industrie Klima Lichtbogenofen Netzanschluß Neubau Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Technik Transformation VDEh
Mehr erfahren
: Clarissa Odewald (CEO von thyssenkrupp Rasselstein) mit der neuen Weißblechdose aus bluemint® Steel
30.03.2026

Henkel setzt auf CO₂-reduzierte Verpackung aus CO2-reduziertem Stahl

Der Verpackungsstahlhersteller thyssenkrupp Rasselstein unterstützt Henkel bei der weiteren Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks seiner Verpackungen.

Blech Deutschland Emissionen EU Hochofen Industrie ING Klima Metallverpackung Nachhaltigkeit Recycling Rohstoffe Schrott Stahl Stahlherstellung Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp Rasselstein Transformation Unternehmen USA Verpackungsstahl Zusammenarbeit
Mehr erfahren
Vertragsunterzeichnung bei Steel Authority of India (SAIL)
30.03.2026

SAIL bestellt Kokereitechnik für das Burnpur-Projekt

SMS group hat zusammen mit dem Konsortialpartner MCK Kutty Engineers Pvt. Ltd. einen Auftrag über die Lieferung von zwei Trockenlöschanlagen erhalten

Automation Betriebssicherheit Digitalisierung Emissionen Energie Energieeffizienz EU Hochofen Inbetriebnahme Indien ING KI Kokerei Koks Koksofen Koksofenbatterie Lieferung Ltd Ltd. Modernisierung Montage Nachhaltigkeit Partnerschaft Paul Wurth Service Stahl Stahlerzeugung Stahlwerk Umwelt USA Wurth Zusammenarbeit
Mehr erfahren
27.03.2026

Globale Stahl-Überkapazitäten sind ernsthafte Gefahl für Europas Industrie

Die jüngsten OECD-Zahlen bestätigen die existenzielle Gefahr für Europas Stahlindustrie. EUROFER drängt die EU zu handeln.

Ergebnis Essen EU EUROFER Handel HZ Industrie ING Investition Paris Produktion Stahl Stahlhandel Stahlmarkt Stahlproduktion
Mehr erfahren
Die Werke von thyssenkrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen und Isbergues stellen kornorientiertes Elektroband her – ein Schlüsselmaterial für Transformatoren in Umspannwerken und Windkraftanlagen. Aufgrund der sich weiter verschärfenden Importkrise reagiert thyssenkrupp Steel mit weiteren Produktionskürzungen. Daher wird der Standort Isbergues von Juni bis September komplett geschlossen
27.03.2026

Importkrise bei kornorientiertem Elektroband

Die Importkrise auf dem Markt für kornorientiertes Elektroband verschärft sich weiter. thyssenkrupp Steel reagiert darauf mit weiteren Produktionskürzungen.

Anlagen Elektroband Energie Energiewende Energiewirtschaft Entwicklung EU EU-Kommission Gesellschaft Handel HZ ING KI Produktion Stahl Studie Thyssen thyssenkrupp Transport Unternehmen Werkstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren