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Giuseppe Pasini, Präsident der Feralpi Group - Photo: Feralpi
17.07.2026

Feralpi Group mit positiven Ergebnissen in 2025

Das Jahr 2025 und die ersten Monate des Jahres 2026 schlossen in einem internationalen Kontext ab, der von einer inzwischen strukturellen „Polykrise“ geprägt war. Unsicherheit ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die Norm. Mit weiteren Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten sowie neuen Bruchlinien der Instabilität haben sich die geopolitischen Spannungen verschärft. Dies belastet die globalen wirtschaftlichen und sozialen Dynamiken stark und verschärft insbesondere die Energiekrise.

Geprägt von einer zunehmenden Polarisierung zwischen den großen Weltblöcken und einer fortschreitenden Regionalisierung der Märkte stellte sich Feralpi dem Jahr 2025. Das Unternehmen bestätigte seine Fähigkeit, die gesetzten Ziele zu erreichen, und demonstrierte die Solidität seines Industriemodells.

Die Feralpi Group hat den für alle Geschäftsbereiche gestarteten Investitionsplan abgeschlossen und einen neuen Meilenstein im Hinblick auf Nachhaltigkeit erreicht: Feralpi gehört zu den ersten italienischen und europäischen Unternehmen der Stahlbranche, die – über alle Produktionsstandorte hinweg – 56% ihres Verbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen nutzen.

Ergebnisse und generierter Wert 

Der konsolidierte Abschluss 2025 von Feralpi Siderurgica verzeichnet ein Produktionsvolumen, das auf 2,7 Millionen Tonnen (+4,7% im Jahresvergleich) gestiegen ist und einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro, was einem Anstieg von +3% gegenüber den 1,6 Milliarden im Jahr 2024 entspricht. Die internationale Ausrichtung der Feralpi Group zeigt sich mit einem Anteil des im Ausland erwirtschafteten Umsatzes von 61%, wovon 9,4% auf Nicht-EU-Länder entfallen.

Das Umsatzwachstum des Jahres wurde auch von einem guten EBITDA-Ergebnis begleitet, das auf 87,2 Millionen Euro stieg. Nach Berücksichtigung von Abschreibungen und Wertberichtigungen in Höhe von 71,6 Millionen Euro, die aufgrund der massiven Investitionstätigkeit der Gruppe gestiegen sind, ist das Nettoergebnis wieder positiv (401 Tausend Euro) und verbessert sich gegenüber dem Vorjahresergebnis. Die Nettofinanzposition beläuft sich auf 196,9 Millionen Euro, gegenüber 155,5 Millionen im Vorjahr. Der Anstieg ist auf die Investitionstätigkeiten während des Geschäftsjahres zurückzuführen, wenngleich er von einer Reduzierung des Betriebskapitals begleitet wurde.

Das Marktumfeld 

Im Jahr 2025 sank die weltweite Rohstahlproduktion um 2 % auf 1.803,8 Millionen Tonnen (World Steel Association, 70 überwachte Länder). Im Vergleich zum Vorjahr Global gesehen gab es Rückgänge in Europa (–2,6 %, 126 Mio. Tonnen), Südamerika (–1,2 %), Russland und GUS (–4,4 %) sowie Asien-Ozeanien (–2,6 %). Wachstum im Jahresvergleich verzeichneten hingegen Afrika (+3,8 %), der Nahe Osten (+4,3 %) und Nordamerika (+0,7 %). China blieb 2025 der größte Produzent, die Tonnage sank jedoch YoY um 4,4 % (960,8 Mio. Tonnen, allein –-10,3 % im Dezember 2025 zum Vorjahresvergleichsmonat). Die Stahlproduktion Indiens (+10,4 %, 164,9 Mio. Tonnen) sowie der USA (+3,1 %, 82 Mio. Tonnen) befanden sich 2025 weiterhin im Aufschwung. Deutschland verzeichnete 2025 erneut eine rückläufige Tonnage mit -8,6 % (34,1 Mio. Tonnen) im Vergleich zum Vorjahr. Es handelte sich um das schlechteste Ergebnis unter den Top-10-Produzenten. Italien entwickelte sich gegen den Trend zum restlichen Europa gut. Die Tonnage stieg um +3,6 % auf 20,7 Millionen Tonnen (Federacciai). Nach drei Jahren des Rückgangs aufgrund einer strukturell schwachen Nachfrage, sinkender Umsätze und Rentabilität, hoher Energiekosten und des Wettbewerbsverlustes gegenüber Nicht-EU-Marktteilnehmern. Trotz der Erholung lag die Produktion Italiens 2025 immer noch um mehr als 15% unter der von 2021.

Die Investitionen  

Im Laufe des Jahres 2025 investierte die Feralpi Group 115,7 Millionen Euro, von denen mehr als 80 % für ESG-Zwecke bestimmt waren. Unter den realisierten Projekten wurde in Deutschland bei FERALPI STAHL, das neue Walzwerk in Riesa für direkte Null Emissionen in Betrieb genommen. Dieses ist in der Lage, Coils bis zu einem Rekordgewicht von 8 Tonnen zu produzieren.

Zudem wurde der Investitionsplan zur Steigerung der Energie- und Materialeffizienz sowie für die Arbeitssicherheit in allen Werken fortgesetzt. In Italien wurde die Elektro-Erwärmungsanlage im Walzwerk 2 fertiggestellt. Die neue Maschine reduziert den Methanverbrauch, die Scope-1-CO2-Emissionen, und optimiert die Beschickung.

Im Bereich der Digitalisierung wurde die Installation eines Systems zur Sichtung und zur Unterstützung für den Schrottumschlag mittels KI-Unterstützung abgeschlossen.

Emmissionsreduzierung: Erreichte Ziele und zukünftige Ziele 

Auch 2025 setzte die Feralpi Group ihr Engagement für Nachhaltigkeit mit erheblichen Investitionen fort, die technologische Innovation und ökologische Verantwortung verbanden. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Science Based Targets initiative (SBTi) – die weltweit führende Organisation, die Verpflichtungen von Unternehmen über das Klima auf wissenschaftlicher Grundlage bewertet und zertifiziert – die neuen langfristigen Emissionsreduktionsziele (Long-Term Targets) der Gruppe, die für 2050 festgelegt wurden, offiziell wissenschaftlich validiert hat.

Die Feralpi Group verpflichtet sich damit, die spezifischen Scope-1-, 2- und 3-Emissionen (bezogen auf die Gesamtproduktion von warmgewalzten Produkten), die in den Kernbereich der Leitlinien der Branche für Eisen und Stahl fallen, bis 2050 um 90% zu reduzieren (im Vergleich zu 2022).

Was das Engagement für Energie betrifft, so lag das Ziel darin, bis 2030 mindestens 50% des gesamten Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Dieses Ziel wurde bereits im Laufe des Jahres 2025 übertroffen, wobei die Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen 56 % betrug. Mehr als 98 % des in der Produktion verwendeten Materials werden recycelt und 93 % der Rückstände zudem Prozessen in der Kreislaufwirtschaft zugeführt, was die Abfallproduktion drastisch reduziert.

Der spezifische Wasserverbrauch wurde gegenüber 2022 um 36,5 % reduziert und die Gruppe hat Maßnahmen zum Schutz der Wasserressourcen und zur Vermeidung von Umweltverschmutzung umgesetzt.

Die Mitarbeiter  

Die Feralpi Group betrachtet Menschen als strategischen Vermögenswert für den Unternehmenserfolg. Im Jahr 2025 beschäftigte die Gruppe 2.173 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 97 % in unbefristeten Arbeitsverhältnissen, was einem Wachstum von 9,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Das Unternehmen fördert eine inklusive und pluralistische Kultur, die auf Diversity, Equity & Inclusion (DEI)-Richtlinien basiert, die auf vier Säulen aufbauen: globale Kultur, inklusive Führung, Geschlechtergleichgewicht und kollektive Verantwortung. Im Laufe des Jahres erhielt das Werk in Lonato del Garda die Zertifizierung UNI/PdR 125:2022 für sein Managementsystem zur Gleichstellung der Geschlechter.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Einbindung von weiblichem Personal auch in produktiven Bereichen des Unternehmens. Das Ziel sind mindestens 5 % Neueinstellungen von Frauen pro Jahr in der Primärstahlproduktion. So soll die Geschlechtergleichstellung innerhalb des Unternehmens (ca. 50 %) gewahrt werden. Im Jahr 2025 erreichte die Gruppe 8 %.

Kontinuierliche Weiterbildung ist von zentraler Bedeutung: Im Jahr 2025 wurden über 42.000 Stunden für Schulungen durchgeführt. Das entspricht 19 Stunden pro Mitarbeiter. 62% der Belegschaft nahmen an spezifischen Kursen zum Thema Zuhören, Dialog und Inklusion teil.

KI und Cybersecurity   

Im Jahr 2025 verstärkte die Feralpi Group die Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) zur Optimierung von Produktionsprozessen und beim Datenmanagement. KI wird eingesetzt, um große Datenmengen in strategische Erkenntnisse umzuwandeln und die operative Effizienz sowie die Messung nichtfinanzieller Leistungen zu verbessern. Es wurden KI basierte Bildverarbeitungssysteme für die Schrotterkennung und interne Logistik eingeführt, sowie Vorhersagemodelle für die Prozesskontrolle im Stahlwerk.

Die Einführung dieser Technologien wird von einer dedizierten Unternehmensrichtlinie und besonderer Aufmerksamkeit für ethische Aspekte, Cybersicherheit und ökologische Nachhaltigkeit begleitet. KI stellt somit einen Schlüsselbeschleuniger für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe dar.

Die F&E-Projekte

Eine Vielzahl von Forschungs- und Entwicklungsprojekten (F&E) wurden im Jahr 2025 angestossen, um Produktionsprozesse zu erneuern und die Umweltauswirkungen zu verringern. Dazu gehörten „Coralis“ zur Rückgewinnung von Schlacke und Rückständen durch die Herstellung von Ferrolegierungen, „Steel Zero Waste“ zur Verringerung von Abfällen und Emissionen sowie „ModHeaTec“ und „Modiplant“, die Systeme zur Brammenerwärmung auf Basis elektrischer Quellen als Alternativen entwickelten.

Andere Projekte wie „Sunshine“ zielen darauf ab, die Qualität der Knüppel durch fortschrittliche Sensorik und künstliche Intelligenz zu verbessern, während „EEcodownstream“ und „Thelma“ sich auf die Nutzung erneuerbarer Energien und Materialien als Alternative zu fossiler Kohle konzentrieren. Diese Initiativen, die oft in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern realisiert und durch Programme wie Horizon 2020 kofinanziert werden, zeugen vom Engagement von Feralpi für nachhaltige Innovation und den Übergang zu einer emissionsarmen Stahlproduktion.

„2025 haben wir die industrielle Aufstellung aufgebaut, die wir in unserem Geschäftsplan festgelegt haben. Darüber hinaus sind wir auf dem besten Weg, die ESG-Ziele zu erreichen,
die wir für 2030 und, mit Blick auf die Zukunft, für 2050 definiert haben. Es stimmt, dass das Marktumfeld, in dem wir tätig sind, noch etliche Variablen aufweist – doch wir sind bereit, uns diesen zu stellen.

Dank der abgeschlossenen Investitionen und einer hochmodernen Produktionsstruktur haben wir die besten Bedingungen geschaffen, um jede Gelegenheit zu nutzen, die die Märkte bieten werden. Das schließt jene ein, die mit Stählen verbunden sind, die eine geringere Umweltbelastung aufweisen. Mit vorsichtigem, aber solidem Optimismus engagieren wir uns dafür, unsere industrielle Kapazität in gemeinsames Wachstum für alle unsere Stakeholder zu verwandeln und navigieren durch die Komplexität der Gegenwart mit der Entschlossenheit, die unsere Gruppe schon immer ausgezeichnet hat“, erklärt Giuseppe Pasini, Präsident der Feralpi Group.

(Quelle: Feralpi Group)

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