Technik
Bei der Inbetriebnahme des Walzwerks - Bild: Feralpi Stahl
16.05.2025

Feralpi Stahl nimmt Spooler-Walzwerk in Betrieb

Mit der feierlichen Eröffnung des Walzwerkes setzt Feralpi Stahl neue Maßstäbe in der CO2-reduzierten Stahlproduktion. Mehr als 220 Millionen Euro hat die Feralpi Group, ein international tätiges Familienunternehmen aus Italien, am Traditionsstandort Riesa investiert – die größte Einzelinvestition in der deutschen Firmengeschichte.

Mit Inbetriebnahme des Walzwerkes entstehen außerdem 100 neue Industriearbeitsplätze in Sachsen. Das Spooler-Walzwerk vermeidet CO2-Emissoinen im Scope 1 vollständig und markiert einen technologischen Quantensprung.

Es ist das erste seiner Art in Deutschland, das das sogenannte Endloswalzen durch Knüppel-Schweißen ermöglicht und mit einem emissionsfreien, induktiven Ofensystem ausgestattet ist. Ein 300 Meter langer Heißbeschickungs-Rollgang verbindet das neue Walzwerk direkt mit der bestehenden Stranggussanlage.

Diese kontinuierliche Heißführung wird elektrisch betrieben und vermeidet so direkte CO2-Emissionen. Damit leistet Feralpi Stahl einen wichtigen Beitrag zur schrittweisen Dekarbonisierung der Stahlindustrie. Produziert wird künftig ein warmgespooltes Coil mit einem Gewicht von bis zu acht Tonnen – ein Produkt, das neue Maßstäbe im Markt setzt.  

Die Stahlindustrie steht vor einer gewaltigen Transformation

Die Transformation hin zur Klimaneutralität verlangt nach innovativen Produktlösungen, effizienteren Prozessen und einer konsequenten Kreislaufwirtschaft. Die Stahlindustrie spielt dabei eine Schlüsselrolle.  

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erklärte:
„Die Investition in das neue Spooler-Walzwerk zeugt vom Vertrauen des Unternehmens in den Industriestandort Sachsen. Es ist ein starkes Signal in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Deshalb ist es mir so wichtig, dass Industrieunternehmen wie Feralpi Stahl auch künftig Bedingungen vorfinden, mit denen Wertschöpfung und technologische Transformation bei fairem Wettbewerb möglich sind.

Denn das sorgt für unsere wirtschaftliche Souveränität, einen sparsamen Ressourceneinsatz und Industriearbeitsplätze. Die im Koalitionsvertrag des Bundes formulierten Ziele machen mich zuversichtlich, dass die neue Bundesregierung bei den auch für die Stahlindustrie entscheidenden Punkten zügig handeln wird.

Das betrifft insbesondere wettbewerbsfähige Energiepreise und die Dauer von Genehmigungsverfahren.“  

Bild: Feralpi
Giuseppe Pasini, Präsident der Feralpi Group Bild: Feralpi

Glaube an das Wachstumspotenzial von Deutschland

Giuseppe Pasini, Präsident der Feralpi Group, betonte:
„Die Einweihung des neuen Walzwerkes in Riesa ist Ausdruck unserer langfristigen Vision und unseres kontinuierlichen Engagements in fortschrittliche Technologien zu investieren.

Damit stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt und verfolgen eine immer nachhaltigere Produktion. Wir glauben fest an das Wachstumspotenzial Deutschlands und wollen ein Motor des wirtschaftlichen Aufschwungs sein.

Damit sich diese Zuversicht in konkreten Ergebnissen niederschlägt, ist ein gemeinsames Handeln mit der deutschen und europäischen Politik unerlässlich. Insbesondere sehen wir die dringende Notwendigkeit, das Problem der hohen Energiepreise anzugehen.

Sie belasten die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie massiv. Wir müssen zudem Schrott als strategischen Rohstoff für die Kreislaufwirtschaft und eine resiliente Industrieproduktion anerkennen.

Nur mit gezielter Unterstützung in diesen beiden Bereichen können wir unser volles Potenzial entfalten und einen wesentlichen Beitrag für eine prosperierende und nachhaltige Zukunft Deutschlands und Europas leisten!“  

 

Bild: Feralpi
Uwe Reinecke, General Manager bei Feralpi Stahl in Riesa Bild: Feralpi

Symbol für Zukunftsfähigkeit und industrielle Transformation

Die neue Produktionslinie ist Teil eines umfassenden Modernisierungskonzepts. Neben dem Walzwerk wurden auch die Schrottaufbereitung, ein eigenes Umspannwerk sowie eine neue Werkslogistik auf den Weg gebracht.

So kann der Recyclingprozess noch effizienter gestaltet und die Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen stabil integriert werden.  

Uwe Reinecke, General Manager von Feralpi Stahl sagte:
„Mit der Inbetriebnahme des neuen Walzwerkes machen wir ernst mit der Vision vom grünen Stahl! Wir investieren nicht nur in Technologien, sondern auch in Menschen, die diesen Wandel mitgestalten: Über 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Für uns ist das ein klares Bekenntnis zu Riesa, zu Sachsen und zum Stahlstandort Deutschland.“    

Nach Abschluss der Investitionen in das Elektrostahlwerk wird die Zahl der Beschäftigten von 850 auf 950 Mitarbeitende am sächsischen Standort steigen.

Als eines von nur zwei Stahlwerken in Deutschland trägt Feralpi Stahl in Riesa das EMAS-Siegel – ein Garant für Emissionen weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Werten.

Bild: Feralpi
Bei der Führung durch das Walzwerk Bild: Feralpi

(Quelle: Feralpi Stahl)

Schlagworte

BundCO2DekarbonisierungDeutschlandElektrostahlwerkEmissionenEnergieErgebnisEssenEUHandelInbetriebnahmeIndustrieINGInvestitionItalienKIKlimaKreislaufwirtschaftLogistikModernisierungPolitikProduktionRecyclingSachsenSchrottSchrottaufbereitungStahlStahlindustrieStahlproduktionStahlwerkStranggussTransformationUnternehmenWalzenWalzwerkWettbewerbWirtschaft

Verwandte Artikel

Von links: Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG und Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division
19.06.2026

voestalpine: greentec steel im Zeitplan

Die voestalpine nimmt an ihrem Standort Donawitz in knapp einem Jahr wie geplant einen Elektrolichtbogenofen (EAF) in Betrieb und kombiniert so Elektrostahlproduktion mi...

Aufsichtsrat CO2 CO2-Emissionen Donawitz Einsparung Elektrolichtbogenofen Emissionen EU Hochofen Inbetriebnahme Industrie ING Investition Kernaggregate Klima Klimaschutz Lichtbogenofen Logistik Metallurgie Montage Produktion Schrott Schulung Sinter Sinteranlage Stahl Stahlproduktion Stahlwerk Strategie Transformation Umwelt Voestalpine AG Vorstand Weiterbildung
Mehr erfahren
19.06.2026

thyssenkrupp-Aufsichtsrat stimmt für Verselbstständigung von tk accelis

tk accelis (vormals thyssenkrupp Materials Services) soll im Wege einer Abspaltung als eigenständiges Unternehmen aufgestellt werden und an die Börse geführt werden.

Distribution DSV Entwicklung EU Getriebe Handel IBU Industrie ING Lieferketten Service Strategie Thyssen thyssenkrupp Thyssenkrupp AG Thyssenkrupp Materials Services Transformation Unternehmen Verteidigung Vorstand Werkstoff
Mehr erfahren
Hauptgeschäftsstelle Berlin
18.06.2026

Gesamtmetall meldet Verluste an Arbeitsplätzen

M-E-Beschäftigung sinkt seit nunmehr zweieinhalb Jahren ununterbrochen. Arbeitsplatzverluste bislang trotzdem nur halb so hoch wie Produktionsrückgang. Ausrüstungsinvesti...

ABB Bund Deutschland EU IBU Industrie ING Investition Produktion Unternehmen Wettbewerb Zahlen
Mehr erfahren
Vormaterial-Lager, Burbach
18.06.2026

SHS erhält Auszeichnung für Klimaschutz

SHS-Gruppe erhält erneut Bestnote für klimafreundliches Lieferketten-Engagement.

Auszeichnung CDP Dekarbonisierung Dillinger EU Europa ING Klima Klimaschutz Lieferketten Nachhaltigkeit Saarstahl SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA Stahl Strategie Transformation Unternehmen
Mehr erfahren
Grafik der geplanten Anlage
17.06.2026

U.S. Steel beauftragt Midrex mit Bau einer DRI-Anlage

Mit einer Investition von 1,9 Milliarden US-Dollar entsteht bei Big River Steel Works eine Midrex-Anlage mit einer Jahreskapazität von 2,5 Millionen Tonnen

Bergbau Bund Direktreduktion DRI-Anlage Einsatzstoffe Eisenschwamm Emissionen Energie Energieeffizienz Erdgas EU Hochofen HZ Inc. Industrie ING Investition Konverter Lieferketten Midrex Modernisierung Nachhaltigkeit Nippon Steel Nordamerika Partnerschaft Produktion Schmelze Stahl Stahlherstellung Stahlindustrie Stahlproduktion Stahlwerk Transport Unternehmen USA Verkauf Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren