Trendthema
Photo: GMH
08.05.2024

Green Steel Pionier GMH Gruppe

Vorreiter der klimaneutralen Stahlproduktion in Deutschland auf der „Woche der Umwelt“

Der Bundespräsident lädt im Juni wieder zur „Woche der Umwelt“ ein. Als einziger Stahlerzeuger ist das Unternehmen von einer unabhängigen Jury ausgewählt worden, im Park des Schlosses Bellevue die innovativen Möglichkeiten der grünen Transformation in der Stahlindustrie zu präsentieren. Bei der gemeinsam von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Bundespräsidialamt ausgerichteten Fachausstellung werden rund 190 Unternehmen und Organisationen ihre Ideen und deren Umsetzung für eine klimaneutrale Zukunft vorstellen. Insgesamt erwarten die Veranstalter 12.000 geladene Besucher, darunter hochkarätige Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft.

Die GMH Gruppe überzeugte die Juroren mit ihrem Ansatz „Pioniere auf dem Weg zur klimaneutralen Elektrostahlproduktion“, der wegweisende Transformationsprojekte beinhaltet.

„Es stellt für uns eine besondere Auszeichnung dar, dass unsere Projekte von der Jury ausgewählt wurden und damit beispielhaft für die Transformation eines ganzen Industriezweigs stehen. Stahl ist essenziell für unsere moderne Gesellschaft und notwendige Basis in allen Bereichen auf dem Weg hin zur Klimaneutralität. Mit unseren innovativen Ansätzen können wir aufzeigen, dass eine nachhaltige, zukunftsorientierte Elektrostahlproduktion in Deutschland möglich ist“, freut sich Luciana Filizzola, Director Sustainability and Communications der GMH Gruppe.

Die GMH Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2039 nahezu klimaneutral Stahlerzeugnisse herzustellen. Schon heute setzt das Unternehmen auf elektrische Schmelzprozesse, die im Vergleich zur konventionellen Stahlproduktion eine Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu 80 % ermöglichen. Um diesen Weg konsequent fortzusetzen, plant die GMH Gruppe bis 2030 die Halbierung der Treibhausgas-Emissionen.

Die Umsetzung dieses Vorhabens erfolgt über eine gezielte Roadmap, die durch innovative Projekte geprägt ist. Dabei werden Prozesse und Methoden modifiziert, um weitere Fortschritte in Richtung CO2-Reduktion zu optimieren. Auf der Woche der Umwelt geben die Green-Steel-Pioniere Einblick in ihre Transformationsstrategie sowie zentrale Projekte:

CO2 ist die Währung der Transformation – der PCF ist das Preisschild
Die Georgsmarienhütte GmbH hat für eine detaillierte Berechnung des Product-Carbon-Footprint (PCF) Algorithmen entwickelt, um den vollautomatischen CO2-Fußabdruck der am Standort hergestellten Produkte auf Basis von Ist-Werten ermitteln zu lassen. Das Berechnungstool zur Ermittlung des PCF ist vom TÜV SÜD für 1.000 Stahlvarianten validiert und liefert verursachergerechte Werte für jeden einzelnen Auftrag.

Wärmebehandlung mit Strom – Fuel-Switch für Zukunftsmärkte
Grüner Strom ersetzt fossiles Erdgas bei der Wärmebehandlung: Möglich ist das durch die Investition in eine induktive Einzelstabvergütungsanlage bei der Georgsmarienhütte GmbH. 17.000 Tonnen Stahl können pro Jahr auf der Anlage zu Vormaterial für besonders beanspruchte Bauteile vergütet werden. Aus dem Material werden hochbelastbare Schlüsselkomponenten hergestellt, beispielsweise Schrauben und Verbindungselemente für Windkraftanlagen oder Lenkstangen für Elektroautos. Allein durch diese Anlage werden jedes Jahr rund 2.800 Tonnen CO2 im Vergleich zum erdgasbasierten Verfahren eingespart.

Schmiedeöfen mit grünem Wasserstoff – energieintensive Prozesse im Wandel
Bei den Schmiedewerken Gröditz sollen die Öfen in Zukunft sukzessive mit Wasserstoff betrieben werden. Derzeit läuft ein Pilotprojekt dazu am Ofen 31. Mit der rechtzeitigen Investition in die H2-Readiness setzt GMH ein Zeichen zum schnellstmöglichen Start des Regelbetriebs auf Wasserstoffbasis, sobald dieser verfügbar ist. Die technologisch anspruchsvolle Umstellung ist ein weiterer bedeutender Schritt in Richtung Klimaneutralität, da beim Verbrennen des Wasserstoffs keine CO2-Emissionen entstehen.

Verbesserung des Lastmanagements – KI ermittelt Prozesspausen für optimale Auslastung
Kleine Optimierungen mit großem Potenzial zur Energieeinsparung: Der Elektrolichtbogenofen der Georgsmarienhütte GmbH ist der größte Energieverbraucher der GMH Gruppe. Im Produktionsprozess konkurriert sein Leistungsbezug mit der dem gesamten Werk zur Verfügung stehenden Leistung. Das Ziel: Optimale Einbindung des Ofens in das Lastmanagement. Hierzu wird der Leistungsbezug des gesamten Werks für die jeweils nächste Viertelstunde prognostiziert, um eine Überschreitung der maximal zulässigen Spitzenlast und damit zusätzliche Kosten zu verhindern. Mittels künstlicher Intelligenz (KI) werden Wissenslücken gefüllt und das Lastmanagement mit Informationen zum weiteren Produktionsverlauf am Elektrolichtbogenofen ergänzt.

Strom- und Erdgasbedarfe im Fokus – Energieprognose durch KI
Die GMH Gruppe betreibt viele energieintensive Aggregate, um ihr breites Produktportfolio herzustellen. Wichtige Voraussetzung: Eine effiziente und lückenlose Versorgung mit Energie. Durch die Energiebedarfsprognose mittels künstlicher Intelligenz werden die Strom- und Erdgasbedarfe in verschiedenen Auflösungen bis zu einem Jahr im Voraus prognostiziert und automatisch an den Energieversorger übermittelt, damit dieser optimal planen kann. Der auf diese Weise vorhersehbare Energieeinkauf der GMH Gruppe entlastet das Netz und ist somit im Interesse aller Energieverbraucher.

(Quelle: Georgsmarienhütte GmbH)

 

Schlagworte

AnlagenAuszeichnungBundCO2CO2-EmissionenDeutschlandEinsparungElektrolichtbogenofenEmissionenEnergieErdgasEssenEUGesellschaftGMHIndustrieINGInvestitionKIKlimaLichtbogenofenOptimierungPolitikProduktionProduktionsprozessStahlStahlindustrieStahlproduktionStiftungStrategieTransformationUmweltUnternehmenWasserstoffWirtschaft

Verwandte Artikel

10.06.2026

Katalysatoren beschleunigen wasserstoffbasierte Stahlproduktion

Zweimal schnellere Legierungsherstellung durch Zugabe von Nickeloxiden

Automobil CO2 CO2-Emissionen Direktreduktion Eisenerze Emissionen Energie Entwicklung Ergebnis Essen EU Forschung Handel HZ Industrie ING Legierungen Lichtbogenofen Max-Planck-Institut Metallurgie Produktion Reduktionsmittel Stahl Stahlproduktion Technik TEMA Temperatur USA Wasserstoff Wasserstoffbasiert
Mehr erfahren
Industrie und Politik setzen gemeinsames Signal für den Wasserstoffhochlauf (v.l.n.r.): Gitta Connemann (Parlamentarische Staatssekretärin im BMWE), Stefan Dohler (CEO EWE AG), Gunnar Groebler (CEO Salzgitter AG) und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bei der offiziellen Vertragsunterzeichnung für die langfristige Lieferung von grünem Wasserstoff in Berlin
10.06.2026

Salzgitter AG vereinbart Wasserstofflieferung

EWE und Salzgitter Flachstahl vereinbaren langfristige Lieferung von 10.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr.

Anpassung Berlin BMW Bund CO2 CO2-Emissionen Deutschland Direktreduktion Elektrolyse Elektrolyseur Emissionen Energie Erdgas EU Europa Flachstahl Hochofen HZ Industrie ING Investition KI Klima Koks Lieferung Niedersachsen Partnerschaft Politik Produktion Sachsen Salzgitter Flachstahl Salzgitter Flachstahl GmbH Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Transformation Transport Unternehmen USA Veranstaltung Vereinbarung Wasserstoff Wettbewerb Wirtschaft
Mehr erfahren
Hochofen bei Nacht, ROGESA
09.06.2026

Umweltinnovationsprogramm fördert Pilotanlage mit 2,8 Mio. Euro

Die ROGESA Roheisen- und Rohstoffgesellschaft Saar mbH plant in Dillingen/Saar eine innovative Aufbereitungsanlage für zerkleinerten Stahl- und Eisenschrott (sog. Scheren...

Bund CO2 Dekarbonisierung Dillinger Eisenschwamm Elektrolichtbogenofen Energie EU Gesellschaft Industrie ING Innovation KI Lichtbogenofen Produktion Rogesa Roheisen Rohstoffe Saarstahl Schrott SHS Stahl Stahlerzeugung Stahlindustrie Technik Transformation
Mehr erfahren
Gunnar Groebler, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.
09.06.2026

EU macht Weg für wirksamen Stahl-Handelsschutz frei

Neues Instrument ist richtungsweisender Baustein zur Sicherung des Stahlstandorts Deutschland und Europa.

Anpassung Deutschland Essen EU-Kommission Europa Handel Industrie ING Investition Klima Kontingente Lieferketten Produktion Stahl Stahlindustrie Stahlproduktion Wettbewerb Wirtschaft Wirtschaftsvereinigung
Mehr erfahren
Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG.
08.06.2026

voestalpine steigert Ergebnis trotz volatilem Umfeld im Geschäftsjahr 2025/26

Positive Entwicklung in allen relevanten Ergebniskategorien – gestützt durch robuste Strategie und aktive Reorganisation.

Airbus Anpassung Automobil Automotive Betriebsergebnis Blech Bleche Bund CO2 CO2-Emissionen Deutschland Dividende Donawitz Edelstahl Elektrolichtbogenofen Emissionen Energie Entwicklung Ergebnis EU Europa Geschäftsjahr Gesellschaft Grobblech Hochregallager Industrie ING Innovation Investition Kernaggregate KI Klima Klimaschutz Lagertechnik Lichtbogenofen Lieferung Logistik Maschinenbau Nahtlosrohre Nordamerika Produktion Rohre Schienen Schweiz Service Stahl Stahlmarkt Stahlproduktion Stahlwerk Steuerung Strategie Technik TEMA TRIP Tube Unternehmen USA Verkauf Vertrieb Voestalpine AG Vorstand Weltwirtschaft Werkstoff Werkstoffe Wirtschaft Zahlen
Mehr erfahren